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Migräne vs. Spannungskopfschmerz vs. Cluster-Kopfschmerz

„Kopfschmerz“ steht für drei sehr verschiedene Dinge. Zu wissen, welchem deine Attacken ähneln, ersetzt keine Diagnose — die gehört in ärztliche Hände —, aber es hilft dir, sie gut zu beschreiben. Und sie gut zu beschreiben ist die halbe Diagnose.

Aktualisiert August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Drei Erkrankungen, ein Wort

Migräne, Spannungskopfschmerz und Cluster-Kopfschmerz sind die drei häufigsten primären Kopfschmerzarten — der Kopfschmerz selbst ist also die Erkrankung, kein Symptom von etwas anderem. Sie unterscheiden sich im Mechanismus, im Gefühl und vor allem in der Behandlung. Genau deshalb kann es Menschen jahrelang auf der falschen Strategie halten, wenn alles als „schlimme Kopfschmerzen“ zusammengeworfen wird. Die formalen Definitionen stehen in der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3), den Kriterien, nach denen tatsächlich diagnostiziert wird; hier folgt die ehrliche Alltagsversion.

Migräne: das Ereignis im ganzen System

Migräne ist nicht nur Schmerz — sie ist eine neurologische Episode mit Schmerz in der Mitte. Das klassische Bild: Schmerz auf einer Kopfseite (er kann auch beidseitig sein), pulsierend oder pochend, mittelstark bis stark, unbehandelt 4 Stunden bis 3 Tage anhaltend und schlimmer bei ganz normaler Bewegung wie Treppensteigen. Was sie wirklich auszeichnet, ist die Begleitung des Schmerzes: Übelkeit oder Erbrechen und eine ausgeprägte Licht- und Lärmempfindlichkeit, die dich in ein dunkles, stilles Zimmer schickt. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Menschen mit Migräne erlebt zusätzlich eine Aura — visuelle oder sensorische Störungen, die dem Schmerz typischerweise vorausgehen. Attacken haben oft ein Vorstadium (Gähnen, Heißhunger, Reizbarkeit am Vortag) und danach ein katerähnliches Nachstadium.

Spannungskopfschmerz: das enge Band

Spannungskopfschmerz ist der häufigste Kopfschmerz überhaupt — und der am wenigsten dramatische. Der Schmerz ist typischerweise beidseitig, drückend oder ziehend — viele greifen zur Formulierung „wie ein Band um den Kopf“ —, leicht bis mittelstark, und er wird bei Bewegung meist nicht schlimmer. Das Erkennungszeichen ist, was fehlt: kein Erbrechen, höchstens leichte Übelkeit, und nicht die kombinierte Licht-und-Lärm-Abneigung der Migräne. Das Leben geht weiter, unangenehm zwar — anders als während einer vollen Migräneattacke. Episoden dauern von einer halben Stunde bis zu mehreren Tagen. Weil er milder ist, ist er auch die Diagnose, hinter der sich Migräne am häufigsten versteckt — ein „Spannungskopfschmerz“, der dich zwingt, dich im Dunkeln hinzulegen, verdient einen zweiten Blick mit ärztlicher Hilfe.

Cluster: die Attacke mit Weckerpräzision

Cluster-Kopfschmerz ist seltener und spielt bei der Intensität in einer anderen Liga — Betroffene wie Fachleute beschreiben ihn als eine der schmerzhaftesten bekannten Erkrankungen. Die Attacken sind streng einseitig, bohren sich in oder um ein Auge oder eine Schläfe und sind vergleichsweise kurz: 15 Minuten bis 3 Stunden. Sie kommen in Clustern — oft täglich oder mehrmals täglich über Wochen, häufig zur selben Tages- oder Nachtzeit — und können dann für Monate verschwinden. Das Auge auf der Schmerzseite rötet sich und tränt, das Nasenloch läuft oder ist verstopft, das Lid kann hängen. Und wo jemand mit Migräne Stille sucht, läuft jemand in einer Cluster-Attacke auf und ab, wippt, kann nicht sitzen. Diese Bewegungsunruhe ist eines der schärfsten Unterscheidungsmerkmale. Der NHS sagt unmissverständlich, dass Cluster-Kopfschmerz eine fachärztliche Abklärung braucht — rezeptfreie Schmerzmittel sind für so kurze, so schwere Attacken typischerweise zu langsam.

Ärztlich abklären

Nichts auf dieser Seite ist eine Diagnose. Kopfschmerzarten überlappen sich, eine Person kann mehr als eine haben, und eine kleine Minderheit der Kopfschmerzen signalisiert etwas ganz anderes. Ein plötzlicher „schlimmster Kopfschmerz aller Zeiten“, ein neues Kopfschmerzmuster nach 50 oder Kopfschmerz mit Fieber, Schwäche, Verwirrtheit oder Nackensteifheit verlangt dringend ärztliche Hilfe — keinen Tagebucheintrag.

Wo Tracking ins Spiel kommt

Formale Kriterien sind Musterkriterien. Die ICHD-3 klassifiziert keine einzelne Attacke; sie fragt nach deiner Historie — wie viele Attacken, wie lange sie dauern, welche Seite, welche Begleitsymptome, wie oft pro Monat. Genau diese Informationen liefert das Gedächtnis am schlechtesten und ein Tagebuch am besten. Ein Protokoll mit, sagen wir, zwölf Attacken in drei Monaten, jeweils 6–24 Stunden, meist linksseitig, mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit, liest sich direkt auf die Migräne-Kriterien. Fünfzehnminütige nächtliche Attacken mit tränendem Auge lesen sich auf etwas ganz anderes — und auf eine schnellere Überweisung.

Hier verdient sich ein reibungsarmer Tracker seinen Platz: Dim protokolliert eine Attacke in drei Tipps — Zeit, Intensität, Seite —, und der dunkle, blendfreie Bildschirm wurde genau für die lichtempfindlichen Momente gebaut, in denen das Protokollieren sonst ausfällt. Über ein paar Monate werden aus diesen kleinen Einträgen die Musterhistorie, aus der ärztlich klassifiziert werden kann; der Arztbericht legt sie auf einer Seite dar. Du trackst, ehrlich und leichtgängig; dein Arzt diagnostiziert.

Kurze Antworten

Kann ich sowohl Migräne als auch Spannungskopfschmerzen haben?

Ja, und viele Menschen haben beides. Ein Grund mehr, die Merkmale jeder Attacke einzeln zu protokollieren — gemischte Historien sind aus dem Gedächtnis allein leicht falsch einzuordnen.

Ist ein sehr starker Kopfschmerz automatisch eine Migräne?

Nein. Intensität allein definiert Migräne nicht — das Symptommuster tut es. Genauso können mildere Attacken mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit trotzdem Migräne sein. Die Entscheidung trifft ärztliches Fachpersonal.

Welche Details sollte ich festhalten, damit mein Arzt meine Kopfschmerzen einordnen kann?

Beginn und Ende, welche Seite, Schmerzcharakter und Begleitsymptome wie Übelkeit, Licht-/Lärmempfindlichkeit oder ein tränendes Auge. Ein paar Monate davon sind genau das, was mit den Diagnosekriterien abgeglichen wird.

Gib deinem Arzt ein Muster, keine Vermutung

Dim erfasst Zeit, Seite und Intensität in drei Tipps und macht aus Monaten von Attacken einen einseitigen Bericht, aus dem dein Arzt klassifizieren kann.

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Dim ist ein Tagebuch, kein Medizinprodukt. Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine medizinische Beratung — er diagnostiziert, behandelt und verhindert keine Erkrankung. Wende dich bei Gesundheitsfragen immer an qualifiziertes Fachpersonal.